Aktuelles

Kampf gegen einen korrupten Staat

Pressekonferenz  am 27.2.2018 in Guatemala von Thelma Aldana u Iván Velasquez

NDR Forum | 22.11.2018 um 20.30 Uhr

Über die alternativen Nobelpreisträger Thelma Aldana und Iván Velasquez in Guatemala

Von Erika Harzer und Kalle Staymann

Menschen für die „Gestaltung einer besseren Welt“ auszuzeichnen: Das hat sich die Right-Livelihood-Stiftung zum Ziel gesetzt. Jakob von Uexküll hat sie 1980 ins Leben gerufen – nachdem er vergeblich versuchte, die Nobelpreis-Stiftung von einerweiteren Preisvergabe – nämlich für Umwelt und Entwicklung – zu  überzeugen. Seither vergibt die Right-Livelihood-Stiftung jedes Jahr einen eigenen ‚alternativen Nobelpreis‘. Er geht an Menschen und Organisationen, die sich beispielhaft für eine nachhaltige und menschenwürdige Welt engagieren.

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Lotsen zum Abitur

logo konfetti im dialog

NDR Info | 25.11.2018 um 6.05 Uhr
NDR Info Spezial | 25.11.2018 um 17.05 Uhr
Forum am Sonntag

Erstaustrahlung:
SWR2 Tandem | 7.3.2018 um 10.30 Uhr

Gleichaltrige begleiten autistische Schüler

Peer-to-Peer Schulbegleitung für jugendliche Schüler und Schülerinnen mit einer Autismus-Spektrum-Störung – so trocken der Titel, so spannend das Projekt dahinter, fand unsere Autorin Erika Harzer.
Sie hat nicht nur die Initiatorin dieses in Deutschland einzigartigen und seit rund zehn Jahren sehr erfolgreichen Programms kennengelernt.
Sie traf sich auch mit zwei jungen Autisten sowie deren fast gleichaltrigen Begleiterinnen und war beeindruckt von den Vieren und ihrem Umgang miteinander.

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SWR 2018 / Red.: Petra Mallwitz

 

Der Marsch der Vergessenen


Täglich wächst die Zahl der Mitlaufenden in der mittelamerikanischen Karawane der Verzweifelten. 7.500 Menschen sollen es am 23.Oktober sein. Trotz rumpelstilzartiger Tobsuchtsanfälle des US-Präsidenten Trump via Twitter, trotz der Androhung militärischer Aufrüstung an der Grenze und auch der bereits stattgefundenen Konfrontationen. All dies schreckt die Teilnehmenden nicht ab, hält sie nicht auf, diesen Weg weiter zu gehen. Täglich werden sie mehr und sie demonstrieren entschlossen, dass sie sich von den Grenzzäunen nicht aufhalten lassen. Rund 2000 Menschen starteten am 13. Oktober in San Pedro Sula, der Industriemetropole im Norden von Honduras. 10 Tage später sind es mehr als dreimal so viele.

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Gut einen Monat nach dem Massaker legte jetzt die von der Regierung des konservativen Präsidenten Ricardo Maduro eingesetzte Untersuchungskommission ihren Bericht mit erschreckenden Details vor. Bei dem Massaker starben insgesamt 69 Menschen, davon 66 Häftlinge, von denen 61 den sogenannten "Maras", organisierten Jugendbanden, angehörten. Außerdem kamen drei Besucherinnen ums Leben - zwei Frauen und ein Kind, die sich zum Zeitpunkt des Massakers in der Haftanstalt aufhielten. Was anfänglich als Streit zwischen unterschiedlichen Häftlingsgruppen aussah, bekommt mit dem Untersuchungsbericht neue Konturen.
"El Porvenir" liegt am Fuß des zum Pico Bonito Nationalpark gehörigen Mittelgebirges inmitten riesiger Ananasplantagen, auf denen in Monokultur für die Dole Food Company Inc. angepflanzt wird. Zur Karibikküste ist es ein Katzensprung und an klaren Tagen sind die vorgelagerten Inseln der Bahia, die hondurenischen Tauchparadiese, klar umrissen zu erkennen. Die Häftlinge sind in Landwirtschafts- oder Handwerksgruppen aufgeteilt, bauen Bohnen, Reis, Mais und Gemüse an oder stellen Möbel und Kunsthandwerk her. "El Porvenir" gilt als Modell-Gefängnis. Ein Grossteil der Insassen sind Untersuchungsgefangene, die auf ihre Verurteilung warten und wegen Verwicklung in Drogengeschäfte, in Waffenschiebereien oder wegen Vergewaltigung angeklagt sind.
Die Anlage hat eine Kapazität von 150 Insassen. Am Tage des Massaker befanden sich 555 Gefangene in "El Porvenir". Im Februar dieses Jahres wurden 50 "Mareros", wie die Bandenmitglieder im Volksmund genannt werden, von der Hauptstadt Tegucigalpa nach "El Porvenir" verlegt, sehr zum Missfallen der dort bereits untergebrachten Häftlinge.
Die Ergebnisse der Untersuchungskommission lesen sich wie das Drehbuch einer Billigproduktion für einen brutalen Actionfilm, in dem letztendlich 69 Menschen ums Leben kommen. Ausgangspunkt war demzufolge ein Streit zwischen zwei "Mareros" der berüchtigten "Mara 18". Dies nahm Gefängnisdirektor Dany Rodríguez zum Anlass für eine Überraschungsrazzia am 2. April. Laut Untersuchungskommission ist bei dieser Razzia deutlich geworden, dass die "Mareros" nicht bewaffnet waren. Dennoch ordnete Dany Rodríguez an, die "Mareros" in zwei Zellen von den anderen Gefangenen zu isolieren und belegte sie mit Ausgangsverbot. Danach fuhr er ins Wochenende und übergab die Aufsicht dem Gefängniskommissar Oscar Sánchez Rodríguez.
Dieser bat sogleich zwei Vertreter der Häftlingskomitees, das Organisations- und Wächteraufgaben übernimmt, zum Gespräch, das offenbar unbefriedigend verlief. Laut Zeugenaussagen drohte Sánchez Rodríguez daraufhin an, dass "gleich etwas passieren" würde. Gesagt, getan: Er ließ die Mitglieder der "Mara18" aus den Zellen holen und auf den Hof bringen. Dort angekommen soll ein "Marero" eine Pistole gezückt und mehrmals Schüsse auf die Mitglieder des Häftlingskomitees abgefeuert haben. Einer war sofort tot, ein zweiter schwer verletzt, so der Ermittlungsbericht. Der Funke war gezündet, die Schlacht konnte beginnen. Mit Hieb- und Stichwaffen stürmten die im Komitee organisierten Gefangenen auf die "Mareros" ein. Dabei gab es über 20 Tote. Die hoffnungslos unterlegenen "Mareros" zogen sich in ihre beiden Zellen zurück, nicht ohne auf dem Weg dorthin Besucherinnen als Geiseln mitzunehmen.
Mit Steinen, Holzstangen und Stühlen bewarfen die Gefangenen von außen die Zellen und versperrten damit den Zugang. In dieser aufgeheizten Situation warf ein Gefangener ein brennendes Handtuch auf die verbarrikadierten Zellen. Feuer brach aus und in den Zellen Panik. Die "Mareros" suchten nach Fluchtwegen. Wer sie fand, hatte allerdings nur für den Bruchteil einer Sekunde die Hoffnung auf Rettung. Vor den Zellen hatten sich mittlerweile Gefängniswärter aufgebaut, die rücksichtslos auf alle schossen, die sich aus den Zellen herausretten wollten. Das Resultat ist bekannt: 61 "Mareros" und acht weitere Menschen fanden innerhalb der Mauern von "El Porvenir" einen grausamen Tod.
Die vermeintliche "Häftlingsrevolte" von "El Porvenir" erweckt den Anschein, dass die Provokation mit tödlichen Folgen von offizieller Stelle gefördert wurde. Menschenrechtsorganisationen äußerten den Vorwurf, dass dieses Massaker Teil der Politik der hondurenischen Regierung sei, die die Ermordung Jugendlicher bewusst toleriere.
Allein in den vergangenen fünf Jahren sind 1.600 Fälle von Erschießungen und Hinrichtungen von Jugendlichen in Honduras registriert worden, die nahezu alle nicht aufgeklärt worden sind. Selbsternannte "soziale Säuberungskomitees" ziehen als schwerbewaffnete Killertrupps in Autos mit getönten Scheiben nachts durch die Strassen der großen Städte und richten nach Gutdünken Jugendliche hin. Über all diese Ereignisse der letzten Jahre existieren vielfach Untersuchungsberichte, angefertigt von nationalen Institutionen wie auch internationalen Delegationen der Sonderbeauftragten der UNO und von Amnesty international. Bewirken tut all dies nichts: Allein im Januar dieses Jahres meldete die Kinderhilfsorganisation Casa Alianza 59 ermordete Jugendliche.
Auch in den Gefängnissen des mittelamerikanischen Landes kam es in jüngster Vergangenheit immer wieder zu Übergriffen und Ermordungen von "Mareros". Am 4. März wurden bei Auseinandersetzungen in der Haftanstalt Tela zwei "Mareros" ermordet und sieben verletzt. Im Knast von San Pedro Sula wurden wenig später insgesamt sieben "Mareros" der "Mara Salvatrucha" ermordet.

filme

Das Terrassenwunder von Peru

Das Terrassenwunder von Peru

ARTE - 360° - GEO Reportage
Ein Film von Erika Harzer u. Kalle Staymann
Kamera: Thomas Keller
Erstausstrahlung: Oktober 2015

Im Hochland von Peru, 140 Kilometer von Lima entfernt, sprudelt der Río Cañete mit unerschöpflich anmutendem Wasserreichtum durchs Tal. An seiner Mündung öffnet sich eine riesige, kaum bekannte Terrassenlandschaft: Jahrtausendealt, offensichtlich als Kornkammer uralter Vor-Inka-Völker über Hunderte Höhenmeter in den Berg eingearbeitet.

[ARTE TV...]

 

Der Geist ruft aus der Ferne

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Der Geist ruft aus der Ferne

Ein Film von Rainer Hoffmann u. Erika Harzer
Dokumentarfilm (Okt. 2015)
Produktion: PS Film GmbH, Schweizer Radio & Fernsehen - SRF

Erstausstrahlung: November 2015

Das 19. Jahrhundert mit seiner Kolonialpolitik prägt auch das Bild der Schweiz. Entdecker, Naturforscher und Geschäftsleute erobern neue Welten in Übersee. Sie bringen Kakao, Baumwolle und exotische Pflanzen in die Alte Welt. Unter den mitgebrachten Kolonialwaren befinden sich auch Kulturschätze aus vorchristlichen Zeiten. Der berühmte Schweizer Naturforscher, Linguist und Diplomat Johann Jakob von Tschudi, zurück von seiner letzten Reise nach Südamerika, hat eine kleine Steinfigur aus Tiahuanaco Bolivien im Gepäck. Heute befindet sich diese Steinskulptur im Bernischen Historischen Museum.

[SWISS FILMS...]

 

Raus aus der Abhängigkeit

INKOTA Netzwerk
Regie: Erika Harzer
Juli 2014

Die starken Frauen von Xochilt Acalt

Weitere Informationen über das Frauenzentrum Xochilt Acalt [hier...]

radio features

Kampf gegen einen korrupten Staat

Pressekonferenz  am 27.2.2018 in Guatemala von Thelma Aldana u Iván Velasquez

NDR Forum | 22.11.2018 um 20.30 Uhr

Über die alternativen Nobelpreisträger Thelma Aldana und Iván Velasquez in Guatemala

Von Erika Harzer und Kalle Staymann

Menschen für die „Gestaltung einer besseren Welt“ auszuzeichnen: Das hat sich die Right-Livelihood-Stiftung zum Ziel gesetzt. Jakob von Uexküll hat sie 1980 ins Leben gerufen – nachdem er vergeblich versuchte, die Nobelpreis-Stiftung von einerweiteren Preisvergabe – nämlich für Umwelt und Entwicklung – zu  überzeugen. Seither vergibt die Right-Livelihood-Stiftung jedes Jahr einen eigenen ‚alternativen Nobelpreis‘. Er geht an Menschen und Organisationen, die sich beispielhaft für eine nachhaltige und menschenwürdige Welt engagieren.

 

Lotsen zum Abitur

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NDR Info | 25.11.2018 um 6.05 Uhr
NDR Info Spezial | 25.11.2018 um 17.05 Uhr
Forum am Sonntag

Erstaustrahlung:
SWR2 Tandem | 7.3.2018 um 10.30 Uhr

Gleichaltrige begleiten autistische Schüler

Peer-to-Peer Schulbegleitung für jugendliche Schüler und Schülerinnen mit einer Autismus-Spektrum-Störung – so trocken der Titel, so spannend das Projekt dahinter, fand unsere Autorin Erika Harzer.
Sie hat nicht nur die Initiatorin dieses in Deutschland einzigartigen und seit rund zehn Jahren sehr erfolgreichen Programms kennengelernt.
Sie traf sich auch mit zwei jungen Autisten sowie deren fast gleichaltrigen Begleiterinnen und war beeindruckt von den Vieren und ihrem Umgang miteinander.

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SWR 2018 / Red.: Petra Mallwitz

 

Korruption bekämpft man nicht mit Schweigen

Erika Harzer Gross Event gg Korruption in Guatemala 20180307

SWR2 Feature | 31.10.2018 um 22.05 Uhr

Internationale Missionen in Lateinamerika

Von Erika Harzer und Kalle Staymann

Staatliche Einnahmen werden veruntreut, hohe Schmiergelder garantieren Steuerbegünstigungen, Millionensummen wandern am Fiskus vorbei in Privattaschen. Geld das dann in Krankenhäusern fehlt, wo Patienten nicht behandelt werden können. Und die Verantwortlichen kommen straffrei davon, weil es keine funktionierende Justiz gibt. Das ist die Situation in vielen Ländern Lateinamerikas. In Guatemala und Honduras, versuchen internationale Kommissionen unter dem Dach der UNO bzw. der OAS dagegen vorzugehen. Beliebt sind sie in der Zivilgesellschaft, verhasst bei den Eliten. Welche Hoffnungen, welche Befürchtungen sind mit ihnen verbunden? Welche geopolitischen Interessen stecken dahinter? Und was können sie tatsächlich leisten? Das Feature liefert eine kritische Bestandsaufnahme.

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[Manuskript als PDF...]

SWR 2018

printmedien

Der Marsch der Vergessenen


Täglich wächst die Zahl der Mitlaufenden in der mittelamerikanischen Karawane der Verzweifelten. 7.500 Menschen sollen es am 23.Oktober sein. Trotz rumpelstilzartiger Tobsuchtsanfälle des US-Präsidenten Trump via Twitter, trotz der Androhung militärischer Aufrüstung an der Grenze und auch der bereits stattgefundenen Konfrontationen. All dies schreckt die Teilnehmenden nicht ab, hält sie nicht auf, diesen Weg weiter zu gehen. Täglich werden sie mehr und sie demonstrieren entschlossen, dass sie sich von den Grenzzäunen nicht aufhalten lassen. Rund 2000 Menschen starteten am 13. Oktober in San Pedro Sula, der Industriemetropole im Norden von Honduras. 10 Tage später sind es mehr als dreimal so viele.

 

Die Oligarchen lässt man laufen

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Amnesty Journal - Februar 2018

Staatsbedienstete und Industrielle sollen den Mord an der hondu­ranischen Umweltaktivistin Berta Cáceres ­kaltblütig geplant haben – bislang ohne Folgen. Der Bau des umstrittenen Wasserkraftwerks ­jedoch, gegen das sie kämpfte, scheint gestoppt.

Ihr Protest störte die Mächtigen. Deshalb wurde Berta Cáceres am 2. März 2016 bei einer eiskalt geplanten Aktion regelrecht hingerichtet: Kurz vor Mitternacht erschossen Auftragskiller die Anführerin des Rates der indigenen Völker von Honduras (COPINH) im eigenen Schlafzimmer in ihrer Heimatstadt La Espe­ranza. Zwei Tage später wäre die geachtete Feministin, ­Menschenrechtlerin, Umweltschützerin und Mutter von vier Kindern 45 Jahre alt geworden.

 

Verschwinden heißt weg sein – heißt unauffindbar sein

Omar Garcia bei der Migranten Karawane in Italien

Die Nachrichten wiederholen sich. Leicht verändert an Zahlen und geographischer Zuordnung. Doch sie erzählen immer wieder von gleichen Ereignissen. Von überfüllten Booten, mal Schlauchboote, mal alte, eigentlich seeuntüchtige Fischerboote oder selbst zusammengebaute bootsähnliche Gebilde, die in Seenot geraten, die kentern und ihre Ladungen ins Mittelmeer werfen. Menschenladungen. Manchmal haben die Menschen auf den Booten Glück, können rechtzeitig Hilferufe absetzen und Rettungsboote befinden sich in ihrer Nähe, sind in kürzester Zeit am Ort des Geschehens. Können retten. Manchmal alle, manchmal eine große Anzahl, manchmal nur noch wenige. Daraus werden Meldungen, die in Nachrichten oder Agenturdepeschen die in der von den Ertrunkenen und Geretteten zu erreichen gesuchter Welt verkündet werden. Nur deswegen wissen wir von diesen Bildern, von diesen Dramen. Wieder ein Schlauchboot, wieder ein alter Kutter, wieder 10 oder 60 oder 100 oder 750 Menschen vom Meer verschluckt. Wieder und wieder. Sie dringen in unsere Räume, in unsere Welten. Diese Zahlen. Diese Bilder. Vom Untergang.

Termine

eha-media Termine

25. Nov 2018 06:00 – 06:30
NDR Info

25. Nov 2018 17:00 – 20:00
NDR Info Spezial

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