UKR-Ferry Odessa-Istanbul

Die Reise übers Schwarze Meer

Am Schiff wird uns der Pass abgenommen, das irritiert, vor allem auch das Gefühl, das Fragen eigentlich nicht gestellt werden und wenn sie dann doch - in diesem Falle von uns - gestellt werden, nicht beantwortet werden. Wieder kommen Bilder hoch von Zeiten der Transitfahrten damals von Westberlin nach Westdeutschland, als mensch eher nicht fragte, weil Fragen einfach alles nur noch verkomplizierten und es Antworten sowieso nicht gab und man ja eigentlich nur ankommen wollte. Das ging die ganze Fahrt über so weiter, erschwert noch dadurch, dass in der Nacht plötzlich Unwetter aufkam, das Schiff extrem ins Schwanken geriet und wir aus dem körperlichen Gleichgewicht.

die Schwarzmeermetropole - Luxusshops und Elend

Vorletzte Station der Reise.Zug Lviv-Odessa
Die Reise hierher war fantastisch. Nach sieben Stunden Wartesaal
erlebnis in Lemberg - in einem, für den Mensch eigentlich hätte bezahlen müssen, was wir nicht wussten, was uns der “Einlasser” mit kopfschütteln und gebrochenem Englisch erst mitteilte, als bereits kurz vor 1 Uhr Morgens unser Zug nach Odessa aufgerufen wurde, also nach diesen sieben Stunden (mit internet, viel leckerem Tee und Keksen, ständig wechselndem Publikum, Champions League in der Glotze = irgendein Schweizer Team gegen ein Ukrainer Team, das die Ukrainer in der Schweiz gewinnen konnten, womit die Stimmung im Wartesaal extrem gut wurde) machten wir uns auf zum kalten, nein, zum eiskalten Bahnsteig - die Temperaturen bewegten sich gegen null.

Grenzübergang in die Ukraine

Wir haben das geheiligte Bündnis der Europäischen Union, die Schengenzone verlassen, auf die körperintensivste Art und viel schneller, als gedacht. Mehrere Leute in Przemysl hatten uns geraten, nicht den bequemen Weg (Bus oder Zug) zu wählen - da dies viel zu lange dauere - sondern individuell zu gehen, wie die Leute vor Ort, also mit Kleinbus an die Grenze, zu Fuß über die Grenze und dann mit Kleinbus weiter nach Lemberg.

Bahnhof Przemysl

...oder das oestliche Ende der Europaeischen Union

Die zweite Etappe spielt sich am östlichen Ende der Europäischen Union ab, dem unaussprechlichen Städtchen Przemysl. Eine Stadt, deren Namen ich bis vor kurzem noch nie vorher gehört hatte. Durch die Beschäftigung mit den neuen Außengrenzen der Schengen-Länder hab ich von ihr gelesen, da sie unweit vom Grenzübergang Medyka liegt, der Grenze zwischen Polen und Ukraine - auf der Strecke zwischen Krakau und Lemberg.

McDonalds immer im Zentrum

Eine Begegnung mit Krakow, so wollte ich diesen ersten Abschnitt eigentlich nennen. Über 10 Stunden dauert die Zugfahrt von Berlin in diese ca. 600 km entfernte Ecke Südostpolens, in der ich bisher noch nicht war, die ich noch nie vorher aufsuchte, obwohl einige der Ortsnamen in naher und weiterer Umgebung für die menschliche Vernichtungsmaschinerie des deutschen Faschismus stehen, wie Auschwitz, Birkenau.

Fotos zum Thema: Mauerweg 2009...

Ein alter Wachturm am Schlesischen Busch erinnert an die innerstädtische Grenze. Bemalt, beschrieben und mit Kids vor ihm sitzend, in einem zur Entspannung einladenden Grünstreifen, steht er dort als Relikt, als Erinnerung.

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