Omar Garcia bei der Migranten Karawane in Italien

Kurz vor Weihnachten 2016 nannte die Internationale Organisation für Migration (IOM) solche Zahlen. Knapp 7.300 Menschen, so die IOM, seien seit Jahresbeginn auf der Flucht verschwunden oder ums Leben gekommen. Über 4.900 davon alleine im Mittelmeer. Es sind die dokumentierten Zahlen. Die vielen kleinen Boote, denen irgendwann, irgendwo der Motor ausfiel, die Luft ausging, und die auf ihnen befindlichen Menschen ins Meer auskippte, sind darin nicht erwähnt. Wir können darüber nur vermuten, spekulieren, schätzen. Daraus ergeben sich ungenaue, angenommene Zahlen. Zahlen von Menschen, die verschwunden sind. Menschen, die für ihre Angehörige unauffindbar werden. Die einfach weg sind, abhandengekommen. Irgendwo, irgendwann.

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foto: Teilnehmer*innen der Karawane an den Gleisen der "Bestia" (Nov. 2014)


Für das Recht auf legale Wege

Solidarität und Unterstützung für Geflüchtete in Mexiko und Europa

Die Tagung möchte einen Beitrag zum transnationalen Austausch von Flüchtlingsaktivist/innen leisten, die sich für die globalen Rechte von Geflüchteten und Migrant/innen einsetzen.

Den Auftakt der Veranstaltung bildet am 17. Oktober der Film Viacrucis Migrante - Kreuzweg der Migrant_innen über die Migrant/innenherberge "La 72" mit anschließendem Gespräch mit Fray Tomás González und dem Regisseur Hauke Lorenz..

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Die Region der verlorenen Kinder

Fotos zum Thema: Strassenkinder...Migration...

Erika Harzer - JUNGE WELT - 29. Januar 2005

Auf der Spur junger Menschen, die aus zentralamerikanischen Landen ins vermeintliche Paradies USA aufbrachen und unterwegs an Straßenrändern und in Bordellen strandeten.
Ihre Namen lauten Elmer, Carlos, Enrique, Olban, Xiomara, Saida, Maria. Sie werden dann bekannt, wenn es gelingt, ihre Leichen zu identifizieren. Das nützt den Toten zwar nichts mehr, aber wenigstens wissen ihre Eltern, ihre Geschwister und Liebsten, wo und wie ihr junges Leben zu Ende ging. Die Frage nach dem Warum wird kaum gestellt. Wer sollte sie auch beantworten? Viele dieser Jungen und Mädchen sind einfach nur noch Körper, namenlos, herkunftslos, leblos.

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Fotos zum Thema: Deportationen...

Erika Harzer - ILA-Info - Juni 2007

In der Auffangstelle für Abgeschobene in Tegucigalpa

Waren es im Jahr 2000 gerade mal 2610 Menschen, die mit extra gecharterten Flugzeugen von den USA aus nach Honduras deportiert wurden, stieg die Zahl im Jahr 2006 bereits auf 24 643 Menschen, die auf diesem Weg zurück nach Honduras abgeschoben wurden. Für 2007 wird ein neuer Rekord erwartet.

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la bestia

Fotos zum Thema: Migration...

Erika Harzer - Freitag - 28. Oktober 2005 (erschienen auch in der Wochenzeitung WoZ am 28.4.05)

ENDE EINES AMERIKANISCHEN TRAUMS * Alicia aus Honduras unterwegs nach Norden

Es ist ein ganz normaler Tag im September. Wie an so vielen Tagen vorher oder danach, suchen Hunderte von Männern, Frauen und Kindern irgendwo einen billige, sichere Mitfahrgelegenheit auf dem langen Weg durch Mexiko, unterwegs ins Gelobte Land, nach "Amerika".
Eine dieser "indocumentados", wie die Migranten ohne Papiere genannt werden, ist die 27jährige Alicia Luna Flores aus Honduras. Den Grenzübertritt nach Mexiko hat sie in Tapachula schon geschafft, doch bleibt noch ein weiter Weg, der für eine der vielen Geschichten sorgt, die sich täglich auf der ruta mortal - der mörderischen Route - zutragen und jäh zu Ende sein können.

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abgeschobene frauen in honduras

Fotos zum Thema: Deportationen...

Erika Harzer - Berliner Zeitung - 15. Mai 2007

Jahrelang lebte und arbeitete die Honduranerin Diana in den USA, bis sie weggeschickt wurde - weg von Mann und Kindern

Foto: Diana Hernandez Mencia (l.) und drei Schicksalsgenossinnen - nach der Abschiebehaft in den USA und "gesicherter Rückführung" sind die Frauen soeben in ihrer Heimat Honduras angekommen. Alles, was sie mitnehmen konnten, steckt in den Papier- und Plastiktüten.

TEGUCIGALPA. Sie kann es noch nicht fassen: Vor wenigen Minuten entstieg Diana Hernandez Mencia, 22, einem weißen, abseits von allen anderen geparkten Flugzeug. Diana und ein paar junge Frauen waren die ersten, die den heimatlichen Boden auf dem Flughafengelände der honduranischen Hauptstadt Tegucigalpa betreten mussten. Insgesamt sind es 69 Passagiere, die mit dieser Charter-Maschine aus den USA ungewollt den Heimweg antraten: die "gesicherte Rückführung ins Heimatland".

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tapachula.jpg

Fotos zum Thema: Anti-War...Migration...

Erika Harzer - Berliner Zeitung - 20. März 2008
José Antonio Gutierrez wurde in Guatemala geboren. Vor fünf Jahren starb er als erster US-Soldat im Krieg gegen den Irak

Der erste gefallene US-Soldat im Irakkrieg war der Marine-Obergefreite José Gutierrez. Er starb am 21. März 2003, als man den zweiten Tag der "Operation Iraqi Freedom" zählte. Sein Leben ließ er bei Umm Qasr im Süden des Landes, getroffen von der Kugel eines Kameraden. Tod durch "friendly fire", wie es im Militärjargon heißt.
Es war damals die Topmeldung in den guatemaltekischen Medien: "La muerte de José Gutierrez en el campo de batalla." Der Tod von José Antonio Gutierrez auf dem Schlachtfeld.

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