Montevideo

WDR5 Erlebte Geschichten am 31. Mai 2013
von Erika Harzer

Eva Weil und die Suche nach Sesshaftigkeit

Eva Weil, 1929 als Tochter jüdischer Eltern in Thüringen geboren, ging schon früh mit der Familie nach Uruguay ins Exil. Dort fühlte sie sich zwar schnell zu Hause, doch verließ sie das Land Ende der 1960er Jahre, weil ihre erste Ehe scheiterte und sie für sich in Deutschland einen neuen Anfang suchte.

Nur für kurze Zeit. Wieder zurück in Uruguay arbeitete sie als Sekretärin und sorgte alleine für ihre beiden Töchter. Sie erlebte den Militärputsch im Juni 1973 und zog Mitte der 1970er Jahre zurück nach Deutschland, nicht ohne sich weiterhin für Uruguay im Rahmen der Arbeit von Amnesty international zu engagieren. Im Zuge dieser Arbeit verliebte sie sich als 50jährige 1980 in den in Uruguay lebenden Deutschen Ernst Kroch, einen deutschen Widerstandskämpfer und KZ-Häftling. Kroch hatte 1937 Deutschland verlassen und war nach Uruguay gegangen. 1981 entschloss sich Eva Weil mit Ernst Kroch zusammen zu leben und zog zu ihm nach Uruguay. Doch schon ein Jahr später mussten sie Uruguay verlassen. Sie kamen ins Exil nach Deutschland. Nach Ende der Militärdiktatur kehrten beide 1985 zurück nach Montevideo und engagierten sich fortan in der linken Basisbewegung der Frente Amplio in ihrem Stadtteil in der uruguayischen Hauptstadt. Im März 2012 starb Ernst Kroch in Frankfurt. Seither pendelt Eva Weil zwischen den beiden Welten hin und her, auf der Suche nach ihrem zukünftigen Lebensort.


Autorin: Erika Harzer
Redaktion: Mark vom Hofe

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