SWR2 Feature | 14.6.2017 um 22.03 Uhr

Der Auftragsmord an Berta Cáceres in Honduras

Berta Cáceres war die Stimme des Widerstands gegen Menschenrechtsverletzungen und Großkonzerne in Honduras. Im März 2016 erschossen Auftragskiller sie nachts in ihrem Haus. Laut Global Witness wurden in Honduras in den letzten sechs Jahren 123 Menschen ermordet, die sich gegen Wasserkraftwerke, Bergbauprojekte, Monokulturen und Tourismusgroßprojekte wehrten.

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Es gehe um Entwicklung, um Fortschritt, um Armutsbekämpfung sagen die Vertreter der Konzerne und die politisch Verantwortlichen. Es gehe um Landraub, um Zerstörung der Umwelt, um Vertreibung und Bereicherung einer kleinen Elite auf Kosten der Ärmsten der Armen, sagen Menschen wie Berta Cáceres.
Dafür erhielt sie im Ausland renommierte Preise. Geschützt haben die Preise sie nicht. Das Feature untersucht die Hintergründe ihres Todes.

Die Recherche wurde gefördert aus Mitteln des Kirchlichen Entwicklungsdienstes durch Brot für die Welt – Evangelischer Entwicklungsdienst
Prod. SWR 2017


Dokumentarfilme zum Thema

La Voz Lenca No Se Calla - Wo der Tod Teil der Landschaft ist

Dokumentarfilm über Berta Cáceres und COPINH

Seit dem Putsch im Juni 2009 herrscht in Honduras ein Regime der Repression, Gewalt und Straflosigkeit: Die Menschenrechtsverletzungen haben rapide zugenommen, statistisch gesehen wird alle 74 Minuten ein Mensch ermordet. San Pedro Sula ist seit Anfang 2013 die gefährlichste Stadt der Welt. Die Oligarchie sorgt für den Ausverkauf des Landes an etwa transnationale Konzerne -- indigene Gemeinden sind von Flussprivatisierungen, Minenkonzessionen und Tourismusprojekten betroffen. Kritische JournalistInnen werden bedroht, verfolgt, getötet. Vor den Präsidentschaftswahlen am 24. November 2013 spitzt sich die Lage dramatisch zu. Der Film handelt vom zivilen und indigenen Widerstand in Honduras: Zwei Monate der Menschenrechtsorganisation COPINH (Ziviler Rat der sozialen und indigenen Organisationen von Honduras), copinh.org
Ein Film von Nina Kreuzinger & Andrea Lammers
Österreich 2013, mit Unterstützung von OKTO TV, 37 min., Farbe, digital HD, 16:9, OV Spanisch mit deutschen Untertiteln
Der Film entstand im Rahmen der ehrenamtlichen Honduras-JournalistInnen-Delegation 2012.
Das Hybrid-Projekt verbindet Begleitschutz, journalistische Dokumentation und Advocacy-Funktionen: www.hondurasdelegation.blogspot.de.
email: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

website: ninakreuzinger.com

La Voz del Gualcarque - Die Stimme des Gualcarque

OcoteFilms
Honduras 2015 / 47 Minuten / span mit dt. UT

Im April 2013 begann der Widerstand der indigenen Lenca Gemeinden gegen das geplante Wasserkraftwerk “Agua Zarca”. Seit dem Putsch 2009 in Honduras sind zahllose private Projekte zur Gewinnung von erneuerbarer Energie aus dem Boden gestampft worden. Sie gehen einher mit Kriminalisierung der Proteste, Repression, Bedrohung, bis hin zu Mord; staatliche Sicherheitskräfte und private Akteure arbeiten zusammen, um die Projekte durchzusetzen.

Der Dokumentarfilm begleitet ein Jahr lang die Gemeinden, die sich gegen den Bau des Staudamms auf ihrem Territorium in Rio Blanco wehren, und mit vielfältigen Protesten versuchen, sich Recht zu verschaffen: Durch die Blockierung einer wichtigen Zufahrtsstraße, Demonstrationen, Beschwerden auf nationaler und internationaler Ebene, um die verantwortlichen Konzerne und finanzierenden Banken auf die Situation aufmerksam zu machen. Zwar konnten damit der Bau um mehr als ein Jahr verzögert werden und auch die chinesische Baufirma SINOHYDRO zog sich aus dem Projekt zurück, die Repression geht aber weiter. Gemeindemitglieder werden bedroht und kriminalisiert, die Region wurde militarisiert; im Juli 2013 wurde der Lenca-Indigene Tomas Garcia während einer friedlichen Demonstration von einem Militärangehörigen getötet.

Normalerweise haben Wasserkraftprojekte ein gutes Image, für die indigenen und bäuerlichen Gemeinden, die in den Projektregionen leben, sind die Auswirkungen aber nicht selten gravierend. In Honduras und anderen Ländern des Globalen Südens werden im Namen von „grüner“ und „sauberer“ Energie Projekte autoritär und gewalttätig durchgesetzt, die vorherige, freie und informierte Konsultation wird nicht garantiert. Die Gemeinden werden in ihrer territorialen Autonomie bedroht und ihre Lebensgrundlagen zerstört.

Weitere Informationen: http://ocotefilms.wixsite.com/lavozdelgualcarque

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