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Lotsen zum Abitur

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NDR Info | 25.11.2018 um 6.05 Uhr
NDR Info Spezial | 25.11.2018 um 17.05 Uhr
Forum am Sonntag

Erstaustrahlung:
SWR2 Tandem | 7.3.2018 um 10.30 Uhr

Gleichaltrige begleiten autistische Schüler

Peer-to-Peer Schulbegleitung für jugendliche Schüler und Schülerinnen mit einer Autismus-Spektrum-Störung – so trocken der Titel, so spannend das Projekt dahinter, fand unsere Autorin Erika Harzer.
Sie hat nicht nur die Initiatorin dieses in Deutschland einzigartigen und seit rund zehn Jahren sehr erfolgreichen Programms kennengelernt.
Sie traf sich auch mit zwei jungen Autisten sowie deren fast gleichaltrigen Begleiterinnen und war beeindruckt von den Vieren und ihrem Umgang miteinander.

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SWR 2018 / Red.: Petra Mallwitz

 

Der Marsch der Vergessenen


Täglich wächst die Zahl der Mitlaufenden in der mittelamerikanischen Karawane der Verzweifelten. 7.500 Menschen sollen es am 23.Oktober sein. Trotz rumpelstilzartiger Tobsuchtsanfälle des US-Präsidenten Trump via Twitter, trotz der Androhung militärischer Aufrüstung an der Grenze und auch der bereits stattgefundenen Konfrontationen. All dies schreckt die Teilnehmenden nicht ab, hält sie nicht auf, diesen Weg weiter zu gehen. Täglich werden sie mehr und sie demonstrieren entschlossen, dass sie sich von den Grenzzäunen nicht aufhalten lassen. Rund 2000 Menschen starteten am 13. Oktober in San Pedro Sula, der Industriemetropole im Norden von Honduras. 10 Tage später sind es mehr als dreimal so viele.

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Korruption bekämpft man nicht mit Schweigen

Erika Harzer Gross Event gg Korruption in Guatemala 20180307

SWR2 Feature | 31.10.2018 um 22.05 Uhr

Internationale Missionen in Lateinamerika

Von Erika Harzer und Kalle Staymann

Staatliche Einnahmen werden veruntreut, hohe Schmiergelder garantieren Steuerbegünstigungen, Millionensummen wandern am Fiskus vorbei in Privattaschen. Geld das dann in Krankenhäusern fehlt, wo Patienten nicht behandelt werden können. Und die Verantwortlichen kommen straffrei davon, weil es keine funktionierende Justiz gibt. Das ist die Situation in vielen Ländern Lateinamerikas. In Guatemala und Honduras, versuchen internationale Kommissionen unter dem Dach der UNO bzw. der OAS dagegen vorzugehen. Beliebt sind sie in der Zivilgesellschaft, verhasst bei den Eliten. Welche Hoffnungen, welche Befürchtungen sind mit ihnen verbunden? Welche geopolitischen Interessen stecken dahinter? Und was können sie tatsächlich leisten? Das Feature liefert eine kritische Bestandsaufnahme.

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[Manuskript als PDF...]

SWR 2018

 

Für die Bewegung des nationalen Widerstands gegen den Putsch ein weiteres Zeichen dafür, dass diese unheilvolle Allianz aus Militärs, Unternehmern und konservativen Politikern, die am 28. Juni Präsident Zelaya mithilfe eines militärischen Überfallkommandos außer Land verschleppen ließen, und seither im Namen der Demokratie ihr Land zu regieren versuchen, die Demokratie mit Füßen tritt. Um Honduras von diesem Trauma der diktatorischen Machtübernahme zu befreien und zurück zur Rechtsstaatlichkeit zu führen, wird der Rahmen immer enger und die Möglichkeiten, dies ohne weiteres Blutvergießen zu schaffen, immer eingeschränkter. Die international nicht anerkannte defacto Regierung unter Roberto Micheletti rüstet auf. Verstärkte Militärpräsenz im ganzen Land und vor allem an den Grenzübergangsstellen zu Nicaragua sowie nächtliche Ausgangssperren im Grenzgebiet zu Nicaragua, und die Ablehnung jeglicher Verantwortung für die Sicherheit von Personen, die in gewalttätigen Auseinandersetzungen sich bewegen würden. Dazu die Drohung, Zelaya sofort bei Grenzübertritt verhaften zu wollen. Ob es ein letztes Aufbäumen ist einer eigentlich schon schwächelnden, international isolierten und innenpolitisch trotz martialischem Auftreten nicht zur Ruhe kommenden Putschgarde oder noch einer realen Stärke entspricht, hängt stark von den Ereignissen bis Samstag ab. Dann will Manuel Zelaya, begleitet von Verbündeten und einer Journalistenkolonne in seinem zweiten Rückkehr Versuche nach Honduras die Grenze tatsächlich überschreiten.

Im Vorfeld versucht die nationale widerständische Allianz aus Gewerkschaften, Bauernvereinigungen, dem Bloque Popular, ein linkes Bündnis zivilgesellschaftlicher Gruppen, Umweltorganisationen und Frauengruppen, indigenen Bündnissen, Studentengruppierungen und kleinen linken Splittergruppen, mit vereinten Kräften und vielfältigen Aktionen den Druck auf die Putschisten zu erhöhen. Landesweit riefen die Gewerkschaften für Donnerstag und Freitag zu einem 48stündigen Generalstreik auf. Mit Strassenblockaden in der Hauptstadt Tegucigalpa und der Wirtschaftsmetropole San Pedro Sula und an verschiedenen Verkehrsknotenpunkten des Landes und mit Besetzungen öffentlicher Gebäude und den Büros von Dienstleistungsgesellschaften, sollen die unternehmerischen Aktivitäten zum erliegen gebracht werden. Parallel dazu bewegen sich viele der Widerständischen in Richtung nicaraguanischer Grenze, um vor Ort zu sein, wenn Zelaya am Samstag die Grenze überschreiten sollte.

Von Managua aus verkündete Zelaya am Donnerstag, dass er nach dem Ablauf der Verlängerungsfrist der Vermittlungskommission von Oscar Arias und der inakzeptablen Haltung der Delegation um Roberto Micheletti, nicht länger seine Rückkehr nach Honduras verschieben will, trotz aller Drohungen der Putschisten gegen ihn. Er fürchte sich nicht um sein Leben, aber sollte ihm etwas zustoßen, liege die Verantwortung dafür bei den Putschisten. Unbewaffnet und mit der Fahne des Friedens wolle er in Honduras dafür sorgen, dass dieses Land wieder zur Normalität unter ihm als dem gewählten und legitimen Präsidenten zurückfinden könne.

Die Menschenrechtsorganisation FIAN warnte in einer ersten Stellungnahme nach dem Scheitern der Vermittlungsversuche vor einem Bürgerkrieg in Honduras. Martin Wolpold-Bosien, Mittelamerikareferent von FIAN, hält sich seit dem 19. Juli als Teilnehmer einer internationalen Menschenrechtsdelegation in Honduras auf, um vor Ort die „zahlreichen Hinweise auf Menschenrechtsverletzungen im Gefolge des Staatsstreichs zu überprüfen und Schutzmaßnahmen vorzuschlagen.“ Angesichts der Zuspitzung fordert er dringlich die Einschaltung des UN-Sicherheitsrat, „um eine Eskalation der Gewalt zu verhindern.“

Innerhalb der knapp vier Wochen, seit diese unheilvolle Allianz aus Militärs, Unternehmern und konservativen Politikern dieses mittelamerikanische Land ins Putschzeitalter zurückbeamten, wurden mehr als 1000 Personen verhaftet, 59 verletzt und 3 Menschen getötet, zitiert die Menschenrechtsorganisation FIAN aus dem ihnen von honduranischen Organisationen zusammengestellten Daten. Vor allem im Landesinneren häufen sich willkürliche Übergriffe der Sicherheitskräfte gegenüber den Demonstranten. Und trotz martialischer Aufmärsche von bewaffneten Soldaten und Polizisten, durch patrouillierende Panzer, nächtliche Ausgangssperren und Gleichschaltung der Medien als Stabilitätsträger der Putschisten, gelang es diesen bisher nicht, eine Normalität zu garantieren, die sie gerne der internationalen Öffentlichkeit präsentieren würden, dann, wenn sie davon reden, dass es sich bei ihrer Machtübernahme in Honduras nicht um einen Putsch handele. Und sie können es auch nicht verhindern, dass Informationen über verschleppte Journalisten, Politiker und Anführer von sozialen Bewegungen an die internationale Öffentlichkeit gelangen, ebenso wie die Bilder des Todesschusses am Flughafen Toncontin, als ein 19jähriger Demonstrant gezielt von Militärs erschossen wurde.

So massiv sich auch der nationale Widerstand organisiert und auf den Strassen agiert, eine Lösung ohne Zuspitzung der Gewalt kann es nur geben, wenn die Allianz der Putschisten zu schwächeln beginnt. Innerhalb der Militärs gibt es bisher keine Anzeichen von Abgrenzungen gegenüber der Putschunterstützenden Rolle. Eine weitere Zuspitzung der internationalen Isolierung, könnte, so die Hoffnung der streikenden Gewerkschafter, die am Putsch involvierten Unternehmern zum Umdenken bringen. Von daher fordern sie von sämtlichen Regierungen, von der Weltbank, der interamerikanischen und zentralamerikanischen Bank und der AID, dass sie sofort alle offiziellen Hilfeleistungen an die defacto Regierung einstellen mit Ausnahme der Fonds, die direkt an zivilgesellschaftliche Organisationen gerichtet sind und das sämtliche mit der Regierung vereinbarte Kredite auf Eis gelegt werden.

Auch von Präsident Obama werden klarere Positionen erwartet. Das machten Vertreterinnen der Frauengruppen im Widerstand bei einer Aktion am 22. Juli vor der nordamerikanischen Botschaft deutlich. In einem offenen Brief fordern sie Präsident Obama zu einer klaren Ablehnung der Putschregierung auf, verbunden mit Maßnahmen seitens der nordamerikanischen Regierung, die den Weg hin zur Wiederherstellung der Verfassungsmäßigen Ordnung und der Wiederaufnahme der Amtsgeschäfte durch den gewählten Präsidenten Manuel Zelaya öffnen. Und sie wollen Klarheit darüber, welche Rolle verschiedene Personen und Instanzen der Regierung Obama beim Putsch gespielt haben und immer noch spielen. “Es kursieren Informationen, die offen legen, dass sowohl Diplomaten ihres Landes, wie auch Mitglieder von Unternehmerkreisen und der Republikanischen Partei, ebenso wie des Geheimdienstes Ihrer Regierung, nicht nur über vorab Informationen bezüglich des Militärputsches verfügten, sondern als intellektuelle Mitautoren dieses Putsches agierten,“ erläutern die Frauen dazu in ihrem Brief und stellen fest: „sollte dies stimmen, dann gelten die USA und Ihre Regierung als Verbündete des gewalttätigen Bruchs der verfassungsmäßigen Ordnung in Honduras und des bereits begonnenen Blutvergießens.“ Sie kritisieren die bisher nur zögerlich vorgenommene Ablehnung des Putsches, die durch diese Indifferenz die Putschisten stärkt und zu gewalttätigen Auseinandersetzung führen könne.

Moralische Legitimation erhalten Roberto Micheletti und sein international nicht anerkanntes Kabinett von Anfang an durch die FDP nahe Friedrich Naumann Stiftung/FNS. In mehreren Berichten „aus aktuellem Anlass“ sucht deren Repräsentant Christian Lüth die rechtswidrigen Handlungen der Micheletti-Gruppe zu legitimieren, verbunden mit Andeutungen zu möglichen militärischen Einmischungen aus Mitgliedsländern des ALBA-Bündnisses, dem Honduras unter Leitung von Zelaya im August 2008 beigetreten ist. Schon ein Tag nach dem Putsch, am 29. Juni, titelte die Einschätzung im FNS Bericht von Christian Lüth mit der Überschrift „Die Legende vom Militärputsch in Honduras dient vor allem ‚Mel’ Zelaya“, dem dann die Einleitung „’Mel’ Zelaya ist angeblich Opfer eines gewaltsamen Putsches des Militärs geworden,“ folgte. Darüber hinaus konstatierte Lüth am gleichen Tag, „es herrscht derzeit die Befürchtung, dass er (Mel Zelaya) versuchen wird, mit Hilfe von nicaraguanischen Truppen und im südlichen Nachbarland stationierten venezolanischen Truppen die Macht in Honduras wiederzuerlangen.“ Am 2. Juli schrieb Lüth in seiner zweiten Lageeinschätzung: „Als ungeschickt ist nach wie vor die Nacht- und Nebelaktion der Staatsanwalt mit Hilfe des Militärs vom vergangenen Sonntagmorgen zu bewerten.“ Und am 14. Juli beschreibt Lüth, „derweil ist Honduras zur absoluten Normalität zurückgekehrt.“ Man kann nur hoffen, dass diese „Normalität“ der Putschisten mit ihren Panzern, Scharfschützen, massiver Militär- und Polizeipräsenz und eingeschränkten Bürgerrechten das kleine bitterarme Land nicht in einen Bürgerkrieg führt.

filme

Das Terrassenwunder von Peru

Das Terrassenwunder von Peru

ARTE - 360° - GEO Reportage
Ein Film von Erika Harzer u. Kalle Staymann
Kamera: Thomas Keller
Erstausstrahlung: Oktober 2015

Im Hochland von Peru, 140 Kilometer von Lima entfernt, sprudelt der Río Cañete mit unerschöpflich anmutendem Wasserreichtum durchs Tal. An seiner Mündung öffnet sich eine riesige, kaum bekannte Terrassenlandschaft: Jahrtausendealt, offensichtlich als Kornkammer uralter Vor-Inka-Völker über Hunderte Höhenmeter in den Berg eingearbeitet.

[ARTE TV...]

 

Der Geist ruft aus der Ferne

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Der Geist ruft aus der Ferne

Ein Film von Rainer Hoffmann u. Erika Harzer
Dokumentarfilm (Okt. 2015)
Produktion: PS Film GmbH, Schweizer Radio & Fernsehen - SRF

Erstausstrahlung: November 2015

Das 19. Jahrhundert mit seiner Kolonialpolitik prägt auch das Bild der Schweiz. Entdecker, Naturforscher und Geschäftsleute erobern neue Welten in Übersee. Sie bringen Kakao, Baumwolle und exotische Pflanzen in die Alte Welt. Unter den mitgebrachten Kolonialwaren befinden sich auch Kulturschätze aus vorchristlichen Zeiten. Der berühmte Schweizer Naturforscher, Linguist und Diplomat Johann Jakob von Tschudi, zurück von seiner letzten Reise nach Südamerika, hat eine kleine Steinfigur aus Tiahuanaco Bolivien im Gepäck. Heute befindet sich diese Steinskulptur im Bernischen Historischen Museum.

[SWISS FILMS...]

 

Raus aus der Abhängigkeit

INKOTA Netzwerk
Regie: Erika Harzer
Juli 2014

Die starken Frauen von Xochilt Acalt

Weitere Informationen über das Frauenzentrum Xochilt Acalt [hier...]

radio features

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NDR Info | 25.11.2018 um 6.05 Uhr
NDR Info Spezial | 25.11.2018 um 17.05 Uhr
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SWR2 Tandem | 7.3.2018 um 10.30 Uhr

Gleichaltrige begleiten autistische Schüler

Peer-to-Peer Schulbegleitung für jugendliche Schüler und Schülerinnen mit einer Autismus-Spektrum-Störung – so trocken der Titel, so spannend das Projekt dahinter, fand unsere Autorin Erika Harzer.
Sie hat nicht nur die Initiatorin dieses in Deutschland einzigartigen und seit rund zehn Jahren sehr erfolgreichen Programms kennengelernt.
Sie traf sich auch mit zwei jungen Autisten sowie deren fast gleichaltrigen Begleiterinnen und war beeindruckt von den Vieren und ihrem Umgang miteinander.

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SWR 2018 / Red.: Petra Mallwitz

 

Korruption bekämpft man nicht mit Schweigen

Erika Harzer Gross Event gg Korruption in Guatemala 20180307

SWR2 Feature | 31.10.2018 um 22.05 Uhr

Internationale Missionen in Lateinamerika

Von Erika Harzer und Kalle Staymann

Staatliche Einnahmen werden veruntreut, hohe Schmiergelder garantieren Steuerbegünstigungen, Millionensummen wandern am Fiskus vorbei in Privattaschen. Geld das dann in Krankenhäusern fehlt, wo Patienten nicht behandelt werden können. Und die Verantwortlichen kommen straffrei davon, weil es keine funktionierende Justiz gibt. Das ist die Situation in vielen Ländern Lateinamerikas. In Guatemala und Honduras, versuchen internationale Kommissionen unter dem Dach der UNO bzw. der OAS dagegen vorzugehen. Beliebt sind sie in der Zivilgesellschaft, verhasst bei den Eliten. Welche Hoffnungen, welche Befürchtungen sind mit ihnen verbunden? Welche geopolitischen Interessen stecken dahinter? Und was können sie tatsächlich leisten? Das Feature liefert eine kritische Bestandsaufnahme.

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SWR 2018

 

Nicht mit uns!

copyright: Marcela Lara "No me gusta"

„Nicht mit uns!“ von Marcela Lara

Deutschlandfunk Kultur | 25.8.2018 um 18:05 Uhr

Mittelamerika: Musikerinnen gegen Machismo

Machismo gehört in vielen Ländern Lateinamerikas zum Alltag. Im Privaten wie in der Politik gilt frauenverachtende Politik und sexualisierte Gewalt als "normal". Doch immer mehr Frauen organisieren und wehren sich. Darunter Künstlerinnen, die auf der Bühne mit ihrer Musik Widerstand proben. Engagiert, humorvoll, mitreißend. Unsere Autorin trifft Sängerinnen unterschiedlicher Generationen in Guatemala und Honduras, spricht mit Betroffenen von erlebter (Machismo-) Gewalt.

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Der Marsch der Vergessenen


Täglich wächst die Zahl der Mitlaufenden in der mittelamerikanischen Karawane der Verzweifelten. 7.500 Menschen sollen es am 23.Oktober sein. Trotz rumpelstilzartiger Tobsuchtsanfälle des US-Präsidenten Trump via Twitter, trotz der Androhung militärischer Aufrüstung an der Grenze und auch der bereits stattgefundenen Konfrontationen. All dies schreckt die Teilnehmenden nicht ab, hält sie nicht auf, diesen Weg weiter zu gehen. Täglich werden sie mehr und sie demonstrieren entschlossen, dass sie sich von den Grenzzäunen nicht aufhalten lassen. Rund 2000 Menschen starteten am 13. Oktober in San Pedro Sula, der Industriemetropole im Norden von Honduras. 10 Tage später sind es mehr als dreimal so viele.

 

Die Oligarchen lässt man laufen

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Amnesty Journal - Februar 2018

Staatsbedienstete und Industrielle sollen den Mord an der hondu­ranischen Umweltaktivistin Berta Cáceres ­kaltblütig geplant haben – bislang ohne Folgen. Der Bau des umstrittenen Wasserkraftwerks ­jedoch, gegen das sie kämpfte, scheint gestoppt.

Ihr Protest störte die Mächtigen. Deshalb wurde Berta Cáceres am 2. März 2016 bei einer eiskalt geplanten Aktion regelrecht hingerichtet: Kurz vor Mitternacht erschossen Auftragskiller die Anführerin des Rates der indigenen Völker von Honduras (COPINH) im eigenen Schlafzimmer in ihrer Heimatstadt La Espe­ranza. Zwei Tage später wäre die geachtete Feministin, ­Menschenrechtlerin, Umweltschützerin und Mutter von vier Kindern 45 Jahre alt geworden.

 

Verschwinden heißt weg sein – heißt unauffindbar sein

Omar Garcia bei der Migranten Karawane in Italien

Die Nachrichten wiederholen sich. Leicht verändert an Zahlen und geographischer Zuordnung. Doch sie erzählen immer wieder von gleichen Ereignissen. Von überfüllten Booten, mal Schlauchboote, mal alte, eigentlich seeuntüchtige Fischerboote oder selbst zusammengebaute bootsähnliche Gebilde, die in Seenot geraten, die kentern und ihre Ladungen ins Mittelmeer werfen. Menschenladungen. Manchmal haben die Menschen auf den Booten Glück, können rechtzeitig Hilferufe absetzen und Rettungsboote befinden sich in ihrer Nähe, sind in kürzester Zeit am Ort des Geschehens. Können retten. Manchmal alle, manchmal eine große Anzahl, manchmal nur noch wenige. Daraus werden Meldungen, die in Nachrichten oder Agenturdepeschen die in der von den Ertrunkenen und Geretteten zu erreichen gesuchter Welt verkündet werden. Nur deswegen wissen wir von diesen Bildern, von diesen Dramen. Wieder ein Schlauchboot, wieder ein alter Kutter, wieder 10 oder 60 oder 100 oder 750 Menschen vom Meer verschluckt. Wieder und wieder. Sie dringen in unsere Räume, in unsere Welten. Diese Zahlen. Diese Bilder. Vom Untergang.

Termine

eha-media Termine

25. Nov 2018 06:00 – 06:30
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25. Nov 2018 17:00 – 20:00
NDR Info Spezial

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