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Von Leipzig nach La Ceiba

Dr. Siegfried Seibt in La Ceibaneues deutschland - 3. Juni 2013von Erika Harzer

Der aus der DDR stammende Mediziner Siegfried Seibt genießt in Honduras hohes Ansehen
Sein medizinisches Handwerk lernte Siegfried Seibt in der DDR. 1979 wanderte er in das Land seiner Ehefrau aus: Honduras. Die von ihm 1980 aufgebaute Privatklinik hat einen exzellenten Ruf. Die Luft ist drückend heiß in der karibischen Hafenstadt La Ceiba im Norden von Honduras. Kein Windchen, keine Abkühlung in Sicht.

Wer sich erpressbar macht

Vor dem Drescher-Werk in Rutesheim stehen 60 schwarze HolzkreuzeDer Tagesspiegel - 7. November 2012von Erika Harzer

Als das schwäbische Traditionsunternehmen Drescher in Schwierigkeiten geriet, verzichteten die Beschäftigten auf Lohn, auf Urlaubs- und Weihnachtsgeld. Entlassen wurden sie trotzdem. Nun fragen sie sich, was der Verzicht gebracht hat.
Er will nicht über sich reden. Es ist ja bloß seine Arbeit, von der Martin Reichel erzählt. Arbeit, das ist das sachliche Leben, gelebt wird ein anderes. Oder etwa nicht?

Bilder von Frauen

Halbzeitansprache TuerkiyemsporteamDer Tagesspiegel - 29. Juni 2012von Erika Harzer

Vom Kottbusser Tor nach Charkiw – junge Berlinerinnen von Türkiyemspor vertreten Deutschland bei einem Begegnungsturnier in der Ukraine. Und wundern sich.
Begegnungen finden täglich statt. Ohne großen Aufwand, beliebig und meist unbedeutend. Bei Begegnungsreisen ist dies anders, da wird Begegnung gezielt gesucht, mit fremdem Leben, fremden Menschen und Gebräuchen.

Wenn Essen krank macht

Wenn Essen krank machtBerliner Zeitung - 2. Juni 2012von Erika Harzer

Adipositas

Anna war lebhaft, hatte Kampfgeist und Selbstbewusstsein. Und: Sie war schlank. Doch dann wird Anna immer dicker und unglücklicher. Am Ende wiegt sie 130 Kilogramm. Ihr letzte Hoffnung: eine Operation. Eine Geschichte von Krankheit und dem Beginn einer Genesung.

Wir sind ein Team

Und wohin gehen wir jetzt? Am Kottbusser Tor beginnt der inoffizielle Teil des SportaustauschprogrammsBerliner Zeitung - 12. Oktober 2010als radiofeature: WDR5 Neugier genügt - 14. Dezember 2010, dRadio v. 12. November 2010von Erika Harzer

Jerusalem trifft Kreuzberg

Berlin - In einem Wirrwarr von Namen und Sprachen suchen und finden sich Anisa, Svetlana, Lihi, Momo, Karla, Avia, Asia, Gizem, Noga oder Toya, Ludmilla, Lara, Rina, Lada, Paulin oder Helen.
Sie schmieden Pläne für den Abend, verabreden sich mit den Freundinnen am Körnerladen am Kotti oder zum Sonnenuntergang am Engelbecken und später auch irgendwo auf ein Bier.

Verschwunden, aber nicht vergessen

Bertha OlivaBerliner Zeitung v. 31. Mai 2010 von Erika Harzer

Seit 30 Jahren setzt sich Bertha Oliva in Honduras für die Opfer von Menschenrechtsverletzungen ein
TEGUCIGALPA. Drückende Schwüle liegt über Tegucigalpa. Alle Welt wünscht den Regen herbei, der zumindest ein kurzes Durchatmen zuließe. Aber der lässt sich Zeit, wie so vieles in Honduras. Und so treibt die stinkende Luft, die sich wie unter einer Käseglocke über der Stadt festgesetzt hat, den Schweiß aus allen Poren. Die Straßenverkäuferinnen versuchen mit Tüchern, sich ein bisschen frische Luft zuzuwedeln, und wirbeln doch nur die Abgase und die Abfallgerüche durcheinander.

Menschenrechte nur für Neoliberale

Kundgebungsteilnehmer_innen vor dem Nationalpalast (26.10.2009)

Neues Deutschland - 22.8.2009 von Erika Harzer

Der honduranische Putsch und die FDP:

Fragwürdige Haltung von Friedrich-Naumann-Stiftung, Gerhardt, Hoyer und Co.

Knapp acht Wochen nach dem Putsch in Honduras ist laut Amnesty International die Menschenrechtslage besorgniserregend. Ähnliche Ergebnisse präsentierten bereits vorher andere internationale Menschenrechtsdelegationen, die Honduras aufsuchten.

Banden, Protzer und Marias Angst

Kundgebung der Widerstandsbewegung vor dem Parlamentsgebaeude Tegucigalpa (5.11.2009)

Berliner Zeitung v. 2. Juli 2009 von Erika Harzer

Der Putsch in Honduras führt die wahre Krise des Landes vor Augen:

Armut und rohe Gewalt zersetzen die Gesellschaft

TEGUCIGALPA. So hatten sich das die Putschisten in Honduras wohl nicht vorgestellt, als sie am Montag den gewählten Präsidenten Manuel Zelaya im Pyjama aus seiner Wohnung verschleppten und außer Landes verfrachteten: Alle Welt wendet sich gegen sie.

Grenzerfahrung

Przemysl (Ukraine)

Berliner Zeitung - 28.5.2009 von Erika Harzer

Przemysl hat schon zu vielen Ländern gehört.

Heute wird hier der östliche Rand der EU geschützt
PRZEMYSL. Die Drehung war perfekt. Ein schneller Schwung nach links, die Pistole mit beiden Händen auf einen hochgeschossenen Jungen gerichtet. Dann dessen Schrei, aufgerissene Augen, die Hände vor den Bauch gepresst, der Fall. Gelächter löst die Szene aus. Der Lange zeigt dem Schützen den erhobenen Daumen. "Guter Schuss, Volltreffer."

In einem anderen Land

tapachula.jpg

Fotos zum Thema: Anti-War...Migration...

Erika Harzer - Berliner Zeitung - 20. März 2008
José Antonio Gutierrez wurde in Guatemala geboren. Vor fünf Jahren starb er als erster US-Soldat im Krieg gegen den Irak

Der erste gefallene US-Soldat im Irakkrieg war der Marine-Obergefreite José Gutierrez. Er starb am 21. März 2003, als man den zweiten Tag der "Operation Iraqi Freedom" zählte. Sein Leben ließ er bei Umm Qasr im Süden des Landes, getroffen von der Kugel eines Kameraden. Tod durch "friendly fire", wie es im Militärjargon heißt.
Es war damals die Topmeldung in den guatemaltekischen Medien: "La muerte de José Gutierrez en el campo de batalla." Der Tod von José Antonio Gutierrez auf dem Schlachtfeld.

Letzte Chance für Gerechtigkeit

Uruguay: Letzte Chance für Gerechtigkeit

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Erika Harzer - Berliner Zeitung - 20. Dezember 2007

In Uruguay wurde während der Militärdiktatur gefoltert und getötet. Für die Täter gilt eine Amnestie. Sie soll endlich fallen. MONTEVIDEO. Gut 35 Jahre liegen zwischen der Festnahme von Roberto Luzardo und der hoffnungsvollen Reise seines Bruders Raul. Im August 1972 wurde der 30-jährige Roberto bei seiner Festnahme in Uruguay durch Schüsse schwer verletzt, er starb Monate später im Militärkrankenhaus von Montevideo. Nun macht sich der inzwischen 60-jährige Raul von seiner Exilheimat Berlin aus auf den Weg nach Montevideo mit einer großen Portion Hoffnung im Gepäck. Endlich sieht er die Chance gekommen, dass die für den Tod seines Bruders Verantwortlichen strafrechtlich verfolgt werden - "eine Chance für die Gerechtigkeit", wie Raul sagt.

Mordmotiv: Frau

Ciudad Juarez Frauenmorde

 

Weitere Fotos zum Thema: Ciudad Juarez...Frauenmorde...

Erika Harzer - Berliner Zeitung - 5. September 2007 (auch erschienen in DER STANDARD v. 28.4.07 u. Woz v. 31.5.07)
Eine Kultur der Gewalt beherrscht Guatemala. Viele Täter werden nicht bestraft - dagegen kämpft die Stiftung Überlebende

GUATEMALA-STADT. Am meisten erschreckt die Alltäglichkeit, das Normale. Morde, die passieren, als gehörten sie zum Leben dazu. 3 000 Schicksale von Frauen aus Guatemala könnten erzählt werden, alle enden sie gleich, in mörderischer Gewalt, von Männern verübt an Frauen. Einzig die Wege dorthin unterscheiden sich, in der Länge, in den sadistischen Zügen, in der Vielfältigkeit brutaler Quälerei.

Allein gegen die Holzmafia

Holzmafia Transport

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Erika Harzer - Berliner Zeitung - 7. Juni 2007
In Honduras bekämpfen Umweltaktivisten die illegale Abholzung der Wälder - einige bezahlen dafür mit dem Leben

OLANCHO. Heraldo Zúniga hatte Angst um sein Leben und um das seiner Familie. Am 19. Dezember 2006 suchten er und seine Frau Miriam das Büro des "Movimiento Ambientalistas de Olancho" auf, kurz Mao, der Umweltbewegung der Region Olancho. Sie erkundigten sich nach Möglichkeiten, Honduras zu verlassen, wollten im Ausland Asyl beantragen. Einen Tag später war Heraldo Zúniga tot. In Guarizama wurden er und sein Freund, Nachbar und Mitstreiter in der Umweltbewegung, Roger Murillo, auf offener Straße von Polizisten erschossen.

Abgeschoben

abgeschobene frauen in honduras

Foto: Diana Hernandez Mencia (l.) und drei Schicksalsgenossinnen - nach der Abschiebehaft in den USA und "gesicherter Rückführung" sind die Frauen soeben in ihrer Heimat Honduras angekommen. Alles, was sie mitnehmen konnten, steckt in den Papier- und Plastiktüten.
Weitere Fotos zum Thema: Deportationen...

Erika Harzer - Berliner Zeitung - 15. Mai 2007
Jahrelang lebte und arbeitete die Honduranerin Diana in den USA, bis sie weggeschickt wurde - weg von Mann und Kindern

TEGUCIGALPA. Sie kann es noch nicht fassen: Vor wenigen Minuten entstieg Diana Hernandez Mencia, 22, einem weißen, abseits von allen anderen geparkten Flugzeug. Diana und ein paar junge Frauen waren die ersten, die den heimatlichen Boden auf dem Flughafengelände der honduranischen Hauptstadt Tegucigalpa betreten mussten. Insgesamt sind es 69 Passagiere, die mit dieser Charter-Maschine aus den USA ungewollt den Heimweg antraten: die "gesicherte Rückführung ins Heimatland".

Straffreier Raum für Frauenmord

Guatemala: Frauenmorde

DER STANDARD, Print-Ausgabe, 28./29.4.2007 von Erika Harzer


Die Dimension der Femizide in Guatemala: Ähnlichkeiten zu den Serienmorden von Ciudad Juárez?

Um die mexikanische Grenzstadt Ciudad Juárez zeugen Kreuze von den vielen Frauenmorden, in Guatemala gibt es noch viel mehr Opfer solcher Verbrechen. Die Bedrohten versuchen aufzuklären – vorsichtig, denn tödliche Gewalt gegen Frauen ist weiterhin für die Täter kaum gefährlich.

Auf dem Rücken der Frauen

061214 ceutaFotos zum Thema: Ceuta...

Erika Harzer - taz - 10. Februar 2007

In Ceuta, einer spanischen Exklave in Marokko, findet tagtäglich ein unglaubliches Spektakel statt: Unzählige EU-Konsumgüter passieren die Grenze, die offiziell nur für Touristen geöffnet ist. Möglich machen dies tausende von Lastenträgerinnen - die selbst aber kaum davon profitieren.

Letzte Worte

Kreuze Ciudad Juarez

Weitere Fotos zum Thema: Ciudad Juarez...Erika Harzer - Frankfurter Rundschau - 22.März 2006

Sergio Dante kämpfte für die Aufklärung der Frauenmorde von Juárez und wurde damit selbst zum Ziel der Killer

Er hatte es befürchtet. Schon länger wusste Sergio Dante Almaraz Mora, dass er auf einer Schwarzen Liste steht und es nur eine Frage der Zeit sein würde. Entsprechend ernsthafte Morddrohungen gab es genug. Schon im Februar 2003 empfahl die Interamerikanische Menschenrechtsorganisation den örtlichen Autoritäten, dem Anwalt Sergio Dante Almaraz Mora Polizeischutz zu gewähren. Er bekam ihn nicht.

"La Bestia" kam näher und näher

la bestia

Fotos zum Thema: Migration...

Erika Harzer - Freitag - 28. Oktober 2005 (erschienen auch in der Wochenzeitung WoZ am 28.4.05)

ENDE EINES AMERIKANISCHEN TRAUMS * Alicia aus Honduras unterwegs nach Norden

Es ist ein ganz normaler Tag im September. Wie an so vielen Tagen vorher oder danach, suchen Hunderte von Männern, Frauen und Kindern irgendwo einen billige, sichere Mitfahrgelegenheit auf dem langen Weg durch Mexiko, unterwegs ins Gelobte Land, nach "Amerika".
Eine dieser "indocumentados", wie die Migranten ohne Papiere genannt werden, ist die 27jährige Alicia Luna Flores aus Honduras. Den Grenzübertritt nach Mexiko hat sie in Tapachula schon geschafft, doch bleibt noch ein weiter Weg, der für eine der vielen Geschichten sorgt, die sich täglich auf der ruta mortal - der mörderischen Route - zutragen und jäh zu Ende sein können.

Die Region der verlorenen Kinder

Die Region der verlorenen Kinder

Fotos zum Thema: Strassenkinder...Migration...

JUNGE WELT - 29. Januar 2005 von Erika Harzer

Auf der Spur junger Menschen, die aus zentralamerikanischen Landen ins vermeintliche Paradies USA aufbrachen und unterwegs an Straßenrändern und in Bordellen strandeten

Ihre Namen lauten Elmer, Carlos, Enrique, Olban, Xiomara, Saida, Maria. Sie werden dann bekannt, wenn es gelingt, ihre Leichen zu identifizieren. Das nützt den Toten zwar nichts mehr, aber wenigstens wissen ihre Eltern, ihre Geschwister und Liebsten, wo und wie ihr junges Leben zu Ende ging. Die Frage nach dem Warum wird kaum gestellt. Wer sollte sie auch beantworten? Viele dieser Jungen und Mädchen sind einfach nur noch Körper, namenlos, herkunftslos, leblos.

Statt »Zukunft« fanden sie den Tod

Gefaengnis El Porvenir

Erika Harzer - Neues Deutschland - 2. Juni 2003


Bericht über Gefängnismassaker veröffentlicht

Das Gefängnismassaker in Honduras war schrecklich genug, um sich einen kurzen Augenblick neben der Irak-Kriegsberichterstattung zu behaupten. Einen Monat danach legte die Untersuchungskommission nun ihren Bericht vor.
Die Bilder über die Gefängnisrevolte im April 2003 in der Strafanstalt »El Porvenir« (Die Zukunft) im Norden von Honduras waren schrecklich: verkohlte Leichen, die im Innenhof der Haftanstalt aufgereiht waren. Ein kurzer Zwischenbericht über die Niederschlagung eines Aufstands, dann bestimmte wieder der Irak-Krieg die Tagesordnung.

Die Täter kommen in den "Todesautos"

Strassenkinder

Erika Harzer - Frankfurter Rundschau - 17. Januar 2003


In Honduras werden Kinder und Jugendliche auf der Straße ermordet / Unter starkem Verdacht stehen auch Polizisten

Erstmals taucht das "Todesauto" am 3. September 2001 auf. An diesem Tag werden in San Pedro Sula in Honduras die beiden Mechaniker Jose Nahum Diaz und Erick Aguilar Alvarado, 18 und 21 Jahre, kaltblütig erschossen. Die Täter, heißt es, seien im "carro de la muerte" gekommen, im "Todesauto". Sechs Tage später wird in Tegucigalpa, der Hauptstadt des mittelamerikanischen Landes, die 15-jährige Schülerin Nuria Pamela Flores ermordet, und wieder ist vom "Todesauto" die Rede.