Aktuelles

Ciudad Juarez in Mexiko

Ciudad Juarez Altstadt Graffitis fuer ermordete Frauen 1170x450

DLF Kultur | 9.9.2020 um 18:30 Uhr - Weltzeit

Eine Stadt und ihre Mörder

Von Kathrin Zeiske und Erika Harzer

Das Image der Grenzstadt Ciudad Juarez im Norden Mexikos könnte schlechter nicht sein: Brutale Serienmorde an Frauen haben die Stadt international bekannt gemacht.

Weiterlesen...
 

Wildwasser - Das älteste Projekt gegen sexuellen Missbrauch

Logo Wildwasser 1170x450

SWR2 Leben | 16.9.2020 15.05 Uhr

Sie seien männerhassende, frigide Frauen und manipulierten aus Eigeninteresse Opferzahlen. Das wurde den Aktivistinnen von "Wildwasser" in ihren Anfängen vorgeworfen.

Weiterlesen...
 

Internationaler Tag der Verschwundenen

Omar Garcia bei der Migranten Karawane in Italien

Ein Paar Gedanken zum internationalen Tag der Verschwundenen am 30. August 2020

Von der Straße weg entführt, zu Hause abgeholt, während einer Demonstration festgenommen. Wahrscheinlich gefoltert. Keine Angaben über den Verbleib. Für immer verschwunden?

Weiterlesen...
 

Sie gehörte zu den großen Menschenrechtsverteidigerinnen in Honduras, eine die schon seit Ewigkeiten trotz massiver Drohungen, weiter für die Rechte der Lencas sich einsetzte und nicht ins Exil ging, was viele ihr anrieten. Una luchadora - eine Kämpferin! Sie dachte, durch ihren großen internationalen Bekanntheitsgrad und die internationalen Menschenrechtsauszeichnungen, die sie im Laufe der Jahre erhielt, dass böte ihr Schutz. Sie hat sich getäuscht. Schmerzhaft, endgültig getäuscht. Heute Nacht wurde sie umgebracht. Ein furchtbares Zeichen, was ihre Mörder damit zu setzen suchen.

Sie hatte es befürchtet und wieder und wieder von den Bedrohungen gesprochen, die sie und ihre Mitstreiter*innen erhielten. Berta Cáceres, Mitte Vierzig und Anführerin der indigenen Organisation COPINH im westlichen Hochland von Honduras. Sie wusste, mit den Drohungen ist nicht zu spaßen. Schon mehrere ihrer Mitstreiter*innen wurden in den letzten Jahren umgebracht. Morde, durchgeführt von Auftragskillern oder auch von Sicherheitskräften in Auseinandersetzungen mit sozialen Bewegungen sind nicht unbedingt außergewöhnlich in Honduras. Es ist eines der Länder ganz oben aufgeführt in der Liste der hohen Mordraten weltweit. Es ist eines der Länder, in denen Straffreiheit zum alltäglichen Leben gehört. Es ist eines der Länder, in denen das Leben nicht wirklich viel wert ist. Berta Cáceres wusste das. Und sie wusste, dass sie auf der Liste stand. Der Liste derjenigen, die sogenannte „sicarios“, Auftragskiller losschicken, wenn ihnen Leute für die Umsetzung ihre Ziele im Weg stehen. Geltendes Recht spielt keine Rolle. Auch das Berta Cáceres eigentlich unter dem Schutz der Sicherheitskräfte stehen sollte, medidas cautelares - Schutz- oder Vorsorgemaßnahmen angeordnet vom Interamerikanischen Gerichtshof in Washington spielt in Honduras keine Rolle, wenn die Sicarios anrücken, wenn deren Auftrag läuft. Dann zählt nur noch der Tod des Zielopfers. In dieser Nacht vom 2.auf den 3 März war Berta das Zielopfer. Unbekannte bewaffnete drangen nach Mitternacht in ihre Wohnung ein und beendeten das Leben einer außergewöhnlichen Frau.

Zuletzt erhielt Berta Cáceres im Frühsommer 2015 in San Francisco den Goldman Umwelt Preis verliehen. Für ihr Engagement als Anführerin der Lenca Organisation COPINH. Und vor Allem für ihren hochgefährlichen Einsatz mit COPINH gegen den Bau des Staudammgroßprojektes Agua Zarca eines internationalen Konsortiums in der Region Rio Blanco auf Lenca Gemeindeland. Trotz massiver Repression, trotz mehrerer Toter im Verlauf des Widerstands, wehrt sich die in COPINH organisierte Lenca Bevölkerung seit Jahren gegen den Bau des Staudamms.

Doch das Betreiberunternehmen DESA hält weiterhin an diesem Staudammprojekt fest. Und trotz zahlreicher Menschenrechtsverletzungen und offener Briefe seitens internationaler und honduranischer Menschenrechtsgruppen, beteiligt sich das deutsche Unternehmen Siemens über ein Joint Venture mit Voith Hydro an diesem Agua Zarca Staudammprojekt. Außerdem erhält die Betreiberfirma eine Finanzierung der holländischen Entwicklungsbank FMO und der finnischen Bank FinnFund, obwohl sie über die Menschenrechtsverletzungen im Zuge des Projektes informiert worden waren.

Erst vergangene Woche sprach Berta Cáceres vor der Presse von weiteren Morden an Lencas. Und von Vertreibungsmaßnahmen.

Ihre Stimme war die Stimme dieser Widerstandsbewegung, die Stimme einer mutigen Frau, die für sich entschieden hat, trotz aller Drohungen auch gegen ihre Person, die Lencas in ihren widerständischen Aktionen zu unterstützen und durch ihre Arbeit auch international bekannt zu machen.

Dafür wurde Berta Cáceres in der Nacht zum 3. März erschossen.

 

Erika Harzer und Jutta Blume, 3.3.2016

filme

Der Geist ruft aus der Ferne

Ekeko 870x335

Ein Film von Rainer Hoffmann u. Erika Harzer

Dienstag, 14.5.2019, 18.00 h im Ibero/Amerikanischen Institut Berlin, Simón-Bolívar-Saal
Film und Gespräch mit den Regisseur*innen

Das 19. Jahrhundert mit seiner Kolonialpolitik prägt auch das Bild der Schweiz. Entdecker, Naturforscher und Geschäftsleute erobern neue Welten in Übersee. Sie bringen Kakao, Baumwolle und exotische Pflanzen in die Alte Welt. Unter den mitgebrachten Kolonialwaren befinden sich auch Kulturschätze aus vorchristlichen Zeiten.

 

Das Terrassenwunder von Peru

ARTE - 360° - GEO Reportage
Ein Film von Erika Harzer u. Kalle Staymann
Kamera: Thomas Keller
Erstausstrahlung: Oktober 2015

Aktuelle Sendetermine

17.2.2020 um 10.30 Uhr

Im Hochland von Peru, 140 Kilometer von Lima entfernt, sprudelt der Río Cañete mit unerschöpflich anmutendem Wasserreichtum durchs Tal. An seiner Mündung öffnet sich eine riesige, kaum bekannte Terrassenlandschaft: Jahrtausendealt, offensichtlich als Kornkammer uralter Vor-Inka-Völker über Hunderte Höhenmeter in den Berg eingearbeitet.

 

Raus aus der Abhängigkeit

INKOTA Netzwerk
Regie: Erika Harzer
Juli 2014

Die starken Frauen von Xochilt Acalt

Weitere Informationen über das Frauenzentrum Xochilt Acalt [hier...]

radio features

Ciudad Juarez in Mexiko

Ciudad Juarez Altstadt Graffitis fuer ermordete Frauen 1170x450

DLF Kultur | 9.9.2020 um 18:30 Uhr - Weltzeit

Eine Stadt und ihre Mörder

Von Kathrin Zeiske und Erika Harzer

Das Image der Grenzstadt Ciudad Juarez im Norden Mexikos könnte schlechter nicht sein: Brutale Serienmorde an Frauen haben die Stadt international bekannt gemacht.

 

Wildwasser - Das älteste Projekt gegen sexuellen Missbrauch

Logo Wildwasser 1170x450

SWR2 Leben | 16.9.2020 15.05 Uhr

Sie seien männerhassende, frigide Frauen und manipulierten aus Eigeninteresse Opferzahlen. Das wurde den Aktivistinnen von "Wildwasser" in ihren Anfängen vorgeworfen.

 

Dem Unfassbaren einen Namen geben

Luz Maria Duran mit Suchplakat in Gaertnerei-Mexiko

SWR2 Leben am 18.8.2020 um 15.05 Uhr
Erstausstrahlung: SWR2 Leben - 4.12.2018

Luz María Duráns Suche nach Wahrheit und Gerechtigkeit

Luz María Durán ist Mexikanerin, betreibt mit ihrem Mann eine Gärtnerei. Der Betrieb läuft gut und eigentlich hätte ihre Familie ein zufriedenes Leben führen können.

printmedien

Internationaler Tag der Verschwundenen

Omar Garcia bei der Migranten Karawane in Italien

Ein Paar Gedanken zum internationalen Tag der Verschwundenen am 30. August 2020

Von der Straße weg entführt, zu Hause abgeholt, während einer Demonstration festgenommen. Wahrscheinlich gefoltert. Keine Angaben über den Verbleib. Für immer verschwunden?

 

Corona bringt Licht ins Dunkel der Fleischproduktion

Tierschützer vorm Schlachthof in Kellinghusen Aug. 2018

bisher unveröffentlicht v. 8. Juli 2020

Nun ist es amtlich und seit Mai 2020 in aller Munde: Schlachthöfe sind Covid-19 Infektionsherde und die Arbeitsbedingungen in den Schlachthöfen sind prekär. Redaktionen aller möglichen Medien schicken ihre Journalist*innen „ins Feld“. Sie suchen händeringend rumänische Werkvertragsarbeitende für Interviews.

 

Auf der Strecke bleibt der Mensch

schlachthof aktionBesetzung Sep - 2019

veröffentlicht Juli 2020

Der Schlachthof und das Leben

Wieder einmal stinkt es. Nicht nur ein bisschen. Es ist kein Geruch, der schnell verfliegt. Kein schlechtes Lüftchen. Nein, es stinkt und sitzt in meiner Nase fest. Auch wenn ich noch so schnell in die Pedale trete, muss ich den Gestank erstmal ertragen. Schnelles Entkommen geht nicht. Meine Freude darüber an der Wiese mit dem frisch gemähten Gras vorbeizuradeln und diesen Duft einzuatmen, den ich schon seit meiner Kindheit liebe: geschenkt.

Zum Seitenanfang